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65187 WIESBADEN

5. Demokratiekonferenz in Wiesbaden

Von Gabi Reiter

"Ich finde das falsch. – Es ist nicht fair! – Es ist deine Schuld. – Du bist böse." Ein ganz einfaches Modell wie Radikalisierung entstehen kann.

Abwertung von Menschen nur aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen darf in einer funktionierenden Demokratie keinen Platz haben. Leider ist dies heute nicht mehr selbstverständlicher Konsens. Grund genug für Programme wie "Demokratie leben" der Bundesregierung, die lokale Aktivitäten zur politischen Bildung fördert.

Auch in Wiesbaden ist eine lokale Partnerschaftvon "Demokratie leben" aktiv und lud nun bereits zum fünften Mal ins Haus an der Marktkirche zur jährlichen Demokratiekonferenz. Praktiker/innen aus Schule und außerschulischer Bildung sowie zahlreiche Schüler/innen der Biebricher Riehl-Schule waren erschienen, um den Vortrag von Prof. Kemal Bozay zu hören. Der Sozialwissenschaftler beleuchtete die Hintergründe der Radikalisierung und des Rassismus in der heutigen Gesellschaft. Er zeigte an Beispielen auf, dass Rassismus und Abwertung "anderer" sich durch viele Gesellschaften ziehen: Ob ein kroatischer Rapper oder türkische Rockerclubs, ob Islamisten oder Antisemiten: So etwas habe es immer und überall gegeben. "Die Gesellschaft muss sich damit auseinandersetzen". Das heißt auch die Hintergründe zu erkennen: Eigene Ausgrenzungserfahrungen führten oft zu radikalen Einstellungen. Auch biographische Brüche und schlechte Erfahrungen könnten das begünstigen. Durch vereinfachte Weltbilder und die Förderung von "Überlegenheitsgefühlen" mit gemeinsamen Symbolen und Aktivitäten gewinnen sie Attraktivität bei Jugendlichen.

Solchen Phänomenen gelte es durch verstärkte Demokratiebildung im schulischen und außerschulischen Bereich zu begegnen. Man müsse vor Ort flexibel reagieren, Vorbilder benennen und die demokratische Haltung klar und offensiv vertreten. Was konkret damit gemeint sein könnte, zeigten drei Workshops: Zwei Mitarbeiterinnen der "Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik", informierten über ihr Angebot. Man kann zum Beispiel die "Mobile Beratung" des Beratungsnetzwerks Hessen anfordern, wenn in konkreten Situationen Bedarf besteht. "Wenn Sie hören, dass beim Nachbarn im Garten immer wieder rechtsradikale Parolen gebrüllt werden, wenn Kinder in der Kita Hakenkreuze zeichnen oder wenn in der Flüchtlingshilfe Engagierte deswegen angefeindet werden, bieten wir Hilfe an.", In einem zweiten Workshop wurden Impulse und Anregungen zum Umgang mit Diskriminierung und Rassismus gegeben, ausgehend von den Grundrechten.

Die Wiesbadener Initiative "Spiegelbild" schließlich stellte ihren fünftägigen Workshop vor, den sie für Schulklassen anbietet und in dem sie zu Ursachen und Wirkungen des Antisemitismus informiert. Sozialdezernent Christoph Manjura eröffnete die Demokratiekonferenz und zeigte sich erfreut darüber, dass "Demokratie leben" sich für ein Zusammenleben ohne Diskriminierung und eine Begegnung auf Augenhöhe in der Stadt einsetze.

Weitere Informationen unter
Internet: http://www.demokratie-leben-in-wiesbaden.de

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