Auf der Suche nach dem Glück in Zeiten der Pandemie: Fasten in der Kita

Die Frage nach dem Glück in Zeiten der Pandemie haben wir uns in der Caritas Kita Main-Taunus in Hofheim im Zuge der Fastenzeit gestellt. Nicht gerade die einfachste Frage, weder für Groß noch Klein. Aber in Zeiten der Pandemie haben wir uns alle mehr Gedanken darüber gemacht und haben unter anderem entschieden, auf das klassische Fasten zu verzichten, weil die Pandemie den Kindern schon viel an Verzicht abverlangt hat.

Als ersten Schritt haben wir die Kinder selbst gefragt, was sie persönlich glücklich und auch unglücklich macht. Dabei stellte sich heraus, dass sich jedes Kind in einem anderen Thema wiederfindet. Im weiteren Verlauf gingen wir etwas tiefer in die Thematik und betrachteten die Frage, was ein Mensch eigentlich grundsätzlich braucht, um glücklich zu sein. Dazu schauten wir uns die verschiedenen Lebenswelten von Kindern an. Der Fokus lag hier auf den Grundbedürfnissen eines Menschen und den damit verbundenen Kinderrechten.

Was macht Glücklichsein überhaupt möglich?

Gemeinsam erarbeiteten wir so folgende Dinge, die gegeben sein müssen, um Glücklichsein überhaupt möglich zu machen: ausreichend zu Essen und Trinken, ein Zuhause, Gesundheit und Unversehrtheit, in Freiheit spielen und zu lernen können, Schutz.

Wir kamen durch die Betrachtung der verschiedenen Lebenswelten zu der Erkenntnis, dass Dinge, wie viel Spielzeug, Süßigkeiten, Urlaub und Ausflüge etwas sehr besonderes und nicht für jeden Menschen selbstverständlich sind. Wir brauchen all dies aber nicht unbedingt um glücklich zu sein. Kinder, die also nicht die gleichen Gegebenheiten wie die Kinder in unserer Einrichtung haben, können durchaus mit weniger materiellen Dingen ebenso glücklich sein.

Was hat das alles eigentlich mit der Fastenzeit und der Pandemie zu tun?

Normalerweise verzichten wir in dieser Zeit bewusst auf einige unsere Privilegien, um uns Selbst und Gott näher zu kommen. In der immer noch andauernden Pandemie mussten und müssen wir auf grundlegendes wie Familie und Freunde oftmals verzichten. Das ist den Kindern sehr bewusst und macht sie traurig. Auch Ausflüge, Urlaube usw. sind keine Selbstverständlichkeit mehr. So konnten wir den Kindern gut vermitteln, dass manche Menschen grundsätzlich keinen Zugang zu solchen Dingen haben. Für sie ist es zum Beispiel etwas Besonderes, immer ausreichend sauberes Wasser und Essen zur Verfügung zu haben.

Und ähnlich wie beim bewussten Fasten, haben die Kinder den Wert von Spielen mit Freunden, Geburtstage feiern, Ausflügen etc. erkannt und freuen sich deshalb ganz besonders auf all das, wenn die Pandemie zu Ende ist.

Weitere Informationen unter
Internet: https://www.caritas-main-tanus.de

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