Ein Beitrag zur Pflege der Artenvielfalt

Ingelheimer Soroptimistinnen spenden Setzlinge alter Obstbaumsorten

Petrus war wohlgelaunt an diesem zweiten Oktobersonntag und ließ eine noch warme Sonne scheinen auf ein Grüppchen Ingelheimer Soroptimistinnen. Diese hatten sich mit zwei- und vierbeinigem Anhang eingefunden auf der Saufauswiese in Frei-Weinheim, zu einem Treffen mit Dr. Jörg Schmidt, dem Leiter des Arbeitskreises "Alte Obstsorten" bei der Naturschutzgruppe Ingelheim.

Anlass war eine Spende des Soroptimist Clubs über 1500 €, für 100 Setzlinge alter Obstbaumsorten, die rund um Ingelheim heranwachsen sollen. In diesem Jahr feiert das Netzwerk Soroptimist International sein 100jähriges Bestehen mit Baumpflanzaktionen rund um die Welt und erinnert damit an das erste Projekt seiner Gründerinnen, der Rettung der Mammutbäume an der kalifornischen Küste. Diese drohten dem wachsenden Holzbedarf in Produktion und Bauwirtschaft zum Opfer zu fallen.

Nun wollten die Ingelheimer Soroptimistinnen aus kundigem Mund mehr erfahren über alte Obstbaumsorten und solche möglichst auch verkosten. Die Saufauswiese, mit ihren auch im Oktober noch üppig bestückten Apfelbäumen bot hierzu die rechte Kulisse. Erstaunlich, wie gut selbst das Fallobst aussah und schmeckte, obwohl die Bäume ohne jegliche Spritzung und Dünger auskommen. Mägen und Jackentaschen füllten sich mit Kostproben.

Über hundert Jahre alt sind die Sorten, vom Mostapfel bis hin zum feinen Tafelobst. Die säurebetonten Arten bieten bei richtiger Lagerung Genuss bis weit in das Folgejahr hinein. Dr. Schmidt zeigte eine lange Liste der Apfelsorten, die der Arbeitskreis bisher sichern konnte. Wie dürftig erscheint daneben die Aufzählung der üblicherweise im Supermarkt angebotenen Früchte, die ohne reichliche Spritzmittelgaben nicht gedeihen können.

Dr. Schmidt machte seine Gäste bekannt mit dem rheinischen Bohnapfel, der Kanadarenette, dem Tiroler Weinapfel, dem Weißapfel, der Schafsnase und einigen alten Birnensorten, mitgebracht von anderen Grundstücken, die der Arbeitskreis betreut. Übrigens können Interessierte über den Arbeitskreis "Alte Sorten" aus Edelreisern gezogene Hochstämmchen erwerben und selbst einen Beitrag zum Erhalt leisten.

Auf der Saufauswiese ist noch Platz für den ein oder anderen Setzling aus der Spende der Ingelheimer Soroptimistinnen. Dort wird künftig auch ein kleines Schild auf den Anlass hinweisen. Weitere Zukunftsbäumchen werden auf die zahlreichen Anbauflächen des Arbeitskreises "Alte Sorten" verteilt.

Der Arbeitskreis freut sich über Unterstützung, sei es finanzieller Art oder mit Hinweisen auf alten Obstbaumbestand. Während die Weltnaturschutzkonferenz den Kampf für den Artenschutz derzeit nur mit wenig verbindlichen Worten führt, gibt es rund um Ingelheim einen ganz konkreten Ansatz, die Biodiversität zu fördern.

Weitere Informationen unter
E-Mail: info@clubingelheim.soroptinist.de

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