Ein etwas anderer Hochsommer im Gastgewerbe – Donald Duck im Rosenstübchen

Das Thermometer erklimmt in der Mittagszeit schon mehr als 30 Grad Celsius. Im traditionsreichen Rosenstübchen mit klassisch deutscher Küche herrscht unaufgeregte Betriebsamkeit. Der tägliche Mittagstisch wird gereicht. Alle Tische draußen in der Fußgängerzone sind belegt, einige auch im Gastraum selbst. Es wären in normalen Zeiten mehr – aber die Abstandsregeln fordern ihren Tribut.

"Wir könnten drinnen und draußen mehr Gäste bewirten", erläutert Wirt Reiner Burger, "da wir aber den Mindestabstand von 1,50 Meter einhalten müssen, fallen doch etliche Tische weg." Tische, die er und seine Frau Birgit gerne nach der kompletten Schließung für zwei Monate wieder aufstellen würden.

"Zwei Wochen tun Euch doch nicht weh!"

Acht Wochen war das Rosenstübchen geschlossen. "Was mussten wir uns anhören, als wir zunächst unsere Öffnungszeiten im März reduzierten", ärgert sich Birgit Burger noch heute. Für die einen waren es zu wenige Stunden, für andere immer noch zu viele. Was wäre schon dabei, wenn das Rosenstübchen und alle anderen gastronomischen Betriebe zwei Wochen schließen würden? Es wurden zwei Monate. Nach den jährlichen Betriebsferien im Januar keine Gäste an Ostern, kein Umsatz an Muttertag. Dabei keine Entlassungen. Zwei Monate nur Kosten, keine Einnahmen – für ein Restaurant mit moderaten Preisen und nur knapp 50 Sitzplätzen nicht ganz einfach.

Gäste halten sich an Hygieneregeln

Natürlich waren auch schon Donald Duck im Eltviller Rosenstübchen oder gar der Kaiser von China, will man den Gästelisten in Corona-Zeiten glauben. "Wir sind immer für einen Scherz zu haben", lacht Reiner Burger, "aber bei den Meldelisten legen wir schon Wert auf korrekte Angaben. Im Zweifel erklären wir unseren Gästen die Notwendigkeit einer möglichen Nachverfolgung." Die Gäste würden im Wesentlichen alle Regeln beachten. Diskussionen gebe gelegentlich die immer noch die unterschiedliche Rechtslage in den Bundesländern. "Insgesamt ist aber alles gut so. Halt nur mehr Arbeit für uns", ergänzt Birgit Burger. Tische und Speisekarten müssen desinfiziert werden, Gästelisten nach datenschutzrechtlichen Bestimmungen entsorgt und noch viel mehr Aufwand. Selbst die Änderung der auszuweisenden Mehrwertsteuer, die ja in der Gastronomie noch etwas umständlicher ist, hat erst einmal Kosten für die Kassenumstellung verursacht. Die meisten Gäste bringen sehr viel Verständnis mit. Nur mag halt jeder bei dieser Hitze auch draußen im Schatten sitzen. Zu wenige Tische im Außenbereich, drinnen viele leer. Drinnen herrsche immer noch eine gewisse Vorsicht bei den Gästen.

All das schreckt das Wirtepaar nicht. Im Jahr 2022 feiern sie 20 Jahre Rosenstübchen. "Darauf freuen wir uns", strahlen beide um die Wette. Sie haben schon viel in der Gastronomie erlebt. So ein Jahr mit Pandemie aber noch nicht. "Das überstehen wir auch", sind sich Burgers sicher. Und 2022 wird dann richtig gefeiert. Mit Gästen, Freunden und Touristen. Vielleicht das ganze Jahr.

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