Ein Mann – 3 Wochen – 23 Hospize – 801 Kilometer

Gunter Lutzi hat sich viel vorgenommen. Er will 23 Hospize in Hessen erwandern und wird dabei 801,1 Kilometer zurücklegen, um auf die wichtige Hospizarbeit aufmerksam zu machen. Jetzt hat er im Hospiz "St. Ferrutius" der Caritas in Taunusstein Station gemacht.

Am 30. Juni ist er im Hospiz eingetroffen – freundlich begrüßt von Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen. Die Strecke von Wiesbaden aus war diesmal mit etwa 17 Kilometern vergleichsweise kurz. Bereits zweimal ist er knapp über 30 Kilometer an einem Tag gelaufen. "Ich bin erst vor vier Tagen losgelaufen, aber ich weiß jetzt schon, dass das die Wanderung meines Lebens wird", sagt Gunter Lutzi bei seiner Ankunft. "Ich habe jetzt schon so viele tolle Leute kennengelernt. Der Empfang in allen Hospizen war bisher immer freundlich und ich fühle mich überall willkommen."

Die Wanderung unternimmt der 64-Jährige im Namen der Hospizbewegung. Er selbst ist seit 15 Jahren Hospizbegleiter im Hospiz Bergstraße. "In den Hospizen wird eine so wichtige Arbeit geleistet auch während der Pandemie", sagt er. "Die Hospize sind aber auch auf Spenden angewiesen, weil sie fünf Prozent der Kosten selbst durch Spenden tragen müssen. Allerdings konnten viele Veranstaltungen, über die Spenden gesammelt werden, aufgrund der Pandemie nicht stattfinden."

Zur Hospizarbeit ist er durch eine eigene Erkrankung gekommen. "Viele Menschen weisen dieses Thema immer von sich", sagt er. "Ich glaube aber, wenn ich in die Situation kommen würde, dann wäre ich froh über ein Hospiz. Dort kann man sich statt auf die Pflege darauf konzentrieren, noch Dinge zu regeln, ohne die Überforderung durch die Pflege. Im Hospiz wird auch gelacht, die Menschen werden umsorgt und niemand muss allein sein."

Hospize müssen fünf Prozent ihrer Kosten selbst tragen

Im Hospiz "St. Ferrutius" freut man sich über den Besuch von Gunter Lutzi. "Wir freuen uns sehr über die Unterstützung durch Gunter", sagt Tatjana Lazarin, Leiterin des Hospiz ,St. Ferrutius'. "Hospize müssen tatsächlich fünf Prozent ihrer Kosten selbst tragen. Darüber hinaus verwenden wir Spenden unter anderem für die Erfüllung letzter Wünsche, die Zubereitung von individuellem Wunschessen, Aromatherapie oder frische Blumen. Die Menschen sollen sich bei uns zuhause fühlen. Wichtig ist uns aber auch, dass auf die Angebote der Hospize aufmerksam gemacht wird. Die Menschen sollen wissen, dass sie am Lebensende professionell palliativmedizinisch und gleichzeitig liebevoll umsorgt werden können."

Am nächsten Morgen folgte auf das Frühstück noch eine ausführliche Plauderrunde mit Hörfunkmoderator Werner Reinke. Das Hospiz "St. Ferrutius" hat Gunter Lutzi gegen 11 Uhr in Begleitung von einigen Ehrenamtlichen wieder verlassen. Die nächsten Hospize erwarten seinen Besuch. Seine Wandertour endet am 17. Juli in Bensheim. Bis dahin wird Gunter Lutzi noch viele Menschen kennenlernen und viele Kilometer zu Fuß zurücklegen. Nur Strecken über 30 Kilometer legt er mit alternativen Transportmitteln zurück. Den Weg von Taunusstein nach Oberursel bestreitet er deshalb mit dem Fahrrad.

Weitere Informationen unter
Telefon: 0611 748690
Internet: https://www.caritas-wiesbaden-rheingau-taunus.de/pressemitteilungen/ein-mann--3-wochen--23-hospize--801-kilometer/1996479/
E-Mail: palliativzentrum@caritas-wirt.de

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