Erneut elf Wiesbadener Altenpflegehelfer:innen qualifiziert

Sie kommen aus Eritrea oder Afghanistan, aus Tunesien oder Marokko und leben jetzt in Wiesbaden: Der neue "Abschlussjahrgang" qualifizierter Altenpflegehelfer:innen, der vom hessischen Landesprogramm "Sozialwirtschaft integriert" im Projekt "Ausbildung in der Altenpflegehilfe (AidA)" finanziert wird. Das Land Hessen fördert zum wiederholten Mal die Ausbildungsmaßnahme, die zweifachen Nutzen hat: Zum einen werden Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt integriert, zum anderen wird der sich jährlich verschärfende Fachkräftemangel in der Altenpflege hierdurch gemindert.

Im Festsaal des Wiesbadener Rathauses wurde der Ausbildungsabschluss der Auszubildenden gefeiert. Dadurch, so Sozialdezernent Christoph Manjura, wolle man die große Wertschätzung ausdrücken. Clemens Mellentin, Geschäftsführer der BauHaus Werkstätten, die das Programm seit 2018 verantworten, hob die gute Zusammenarbeit der Partner bei diesem Projekt hervor: In den Altenpflegeeinrichtungen von EVIM können die Auszubildenden praktische Erfahrungen sammeln, dort werden sie von Praxisanleitern von BauHaus unterstützt. Die theoretischen Kenntnisse lernen sie an der Pflegeschule für Sozialberufe, der Akademie Mission Leben und können diese mit den Lehrkräften von BauHaus wöchentlich aufarbeiten. Doch Theorie und Praxis im Beruf sei nicht alles. Insbesondere die Auszubildenden mit Fluchthintergrund haben noch keinen klaren Aufenthaltsstatus, müssen die deutsche Sprache lernen, Dokumente beibringen, teilweise Schulabschlüsse nachholen oder anerkennen lassen, benötigen Unterstützung bei der Suche nach einer Wohnung oder bei gesundheitlichen Problemen – "lebensweltbezogene Einzelförderung" heißt das, was durch die Sozialpädagogen von BauHaus begleitet wird. Die in der Ausbildung tätigen Fachkräfte kümmern sich um alle sehr individuell. "Wir sind alle Fachleute für Ausländerrecht geworden", sagte der Leiter des Fachbereichs Pflege von "Mission Leben", Ingo Planitz. Andrea Kristionat von EVIM dankte den Auszubildenden herzlich, denn "wir brauchen Sie sehr dringend", sagte sie.

Die Altenpflegehelfer:innen können sich danach zur Pflegefachkraft weiterbilden, viele aus den vorangegangenen Jahrgängen tun dies auch. Die Quote der bestandenen Prüfungen sei mit 95% sehr hoch, und die allermeisten haben auch eine Anstellung gefunden. Davon zeigte sich auch die Vertreterin des Ministeriums sehr beeindruckt. "Sie sind alle enorm motiviert", sagten Clemens Mellentin, Andrea Kristionat und Ingo Planitz übereinstimmend und würdigten Zielstrebigkeit, Durchhaltevermögen und Herzblut der Teilnehmenden. "Arbeit ist schließlich ein Schlüssel zur Teilhabe, zur Anerkennung und Unabhängigkeit." Und nur durch den engen Schulterschluss aller Beteiligten könne dieses Projekt immer wieder erfolgreich sein.

Die frisch gebackenen Altenpflegehelfer:innen bedankten sich ebenfalls für die Wertschätzung und Unterstützung.

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