Ferienkinder im "Kletterfieber"

Auch in der zweiten Woche der Ferienbetreuung beim Förderverein der Schule Niederbrechen gab es für die Kinder wieder einiges zu erleben.

Die Mitarbeiterinnen des Fördervereins hatten viele Aktivitäten überlegt: natürlich wurde viel gespielt, gebatikt und kleine Schutzengel gebastelt. Auch stand eine Wanderung zum Bauernhof der Familie Schermuly auf dem Programm. Leider öffnete der Himmel kurz vor Beginn des Ausflugs seine Schleusen, doch als der Regen aufhörte war niemand mehr zu halten: alle Rucksäcke wurden in einen Bollerwagen gepackt und los ging es. Nach der Wanderung führte Henrik Schmidt die Kinder über den Hof und in den weitläufigen Stall, in dem gerochen, angefasst, beobachtet und gestaunt werden konnte.

Sogar "Kuhstreicheln" war möglich, und Henrik erzählte einiges über das Füttern und Melken der Kühe. Als besonderes Highlight durften die Kinder Butter selber herstellen: der Rahm wurde von der Milch abgeschöpft und in Schraubgläser gefüllt. Nun hieß es schütteln. Nach einigen Minuten, als sich dicke gelbe Klumpen in den Gläsern zeigten, war das bereits die Butter, aus der noch mit kaltem Wasser der Rest der Buttermilch ausgespült wurde. In der Zwischenzeit hatte Claudia Schermuly den Grill angeheizt und gestärkt mit frisch gegrillter Bratwurst im Brötchen wurde der Rückweg ins Dorf angetreten.

Am vorletzten Tag der Ferienbetreuung ging es zum alten Sportplatz in Niederbrechen. Das Gelände eignet ganz besonders zum Klettern. An diesem Tag erwarteten Martin Lunz und Nadine Puschkasch die Gruppe. Die beiden Outdoortrainer und Spezialisten für Outdooraktivitäten hatten für die Kinder ein Klettererlebnis der besonderen Art vorbereitet: zwischen den Bäumen waren Slacklines gespannt, bei denen die Kinder erste Versuche unternahmen, durch geschicktes Balancieren und mit Hilfe eines Partners oder der Gruppe, ohne abzusteigen, die dünnen Gurtleinen zu überqueren.

Nachdem dies gelungen war, ging es weiter in den Wald: dort sah man zwischen den Bäumen über eine kleine Schlucht eine Slackline gespannt. Gesichert in Haltegurten und an einer Führungsleine, eingehakt mit Karabinerhaken und durch zusätzliche Seile gesichert, galt es nun, die "Schlucht" zu überqueren. Für die Kinder bedeutete das, die eigene Angst überwinden, darauf vertrauen, dass die Distanz überquerbar ist, auch wenn man auf sich alleine gestellt ist. Unter fachkundiger Anleitung durch Martin und Nadine meisterten alle diese Herausforderung. Und wer wollte, durfte noch eine "ganz tiefe Schlucht" überqueren. Diese Überquerung wurde zu einem ganz besonderen Erlebnis: mit einem erst mulmigen Gefühl im Magen ging es los. Das ist ja ganz schön tief! Aber alle Zweifel waren vergessen, als das erste Kind drüben angekommen war.

Mit viel Mut, Balancierfähigkeit, durch Konzentration auf die eigenen Fähigkeiten, großem Selbstvertrauen und die Sicherheit der Gurte gelang allen die sichere Überquerung der Schlucht. Glückliche, entspannte Gesichter waren der größte Dank an Martin und Nadine.

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