FLS-Rundgang: Auf Spuren der Liberalen Synagoge & des Lilien-Chefs Karl Heß

Der Förderverein Liberale Synagoge lädt – im Rahmen der 9. Darmstädter Aktionswochen gegen Antisemitismus 2021 - unter dem Motto "Zukunft braucht Erinnerung" am kommenden Sonntag, 28. November 2021, um 15.30 Uhr ein zum Rundgang Spezial des erinnerungskulturellen Herbsts "Jüdisches Darmstadt – Auf den Spuren der Liberalen Synagoge, des SV Darmstadt 98-Vorsitzenden und der Darmstädter Novemberpogrome von 1938".

Der Rundgang dauert zweieinhalb Stunden und ist kostenlos. Das Erinnerungsarbeitsjahr 2021 steht im Zeichen des 10jährigen FLS-Gründungsjubiläums, des 10. Jahrestag der Einweihung des Julius Landsberger-Platzes und des deutsch-jüdischen SV Darmstadt 98-Vorsitzenden Karl Heß, der von 1928 bis 1933 Lilien-Chef war, ehe ihn die Nazis illegal aus dem Amt trieben. Der renommierte Darmstädter Rechtsanwalt Dr. Karl Hess, geboren am 13. Januar 1900, amtierte in der Zeit der Weimarer Republik, von 1928 bis 1933, als Präsident des SV Darmstadt 98. Er musste vor seinen Häschern 1933 aus Nazi-Deutschland zuerst nach Frankreich, sodann nach Rio de Janeiro in Brasilien fliehen. Im Blickpunkt des Rundgangs steht auch die Lichtgestalt des Darmstädter Reformjudentums, Dr. Julius Landsberger. Der Großherzogliche Landesrabbiner und enge Freund des Großherzogs Ludwig prägte in der Kaiserreichszeit eine nahezu 30jährige Ära als oberster Thora-Gelehrter und charismatischer Prediger. Vor genau 10 Jahren, am 9. November 2011 wurde der Julius-Landsberger-Platz auf Initiative des Fördervereins Liberale Synagoge und Vorschlag des Vereins unter starkem Medienecho eingeweiht.

Sogar das Hamburger Abendblatt berichtete damals über die Einweihung des Platzes, direkt neben Landsbergers Liberaler Synagoge, deren im Oktober 2003 entdeckte Überreste seit dem 9. November 2003 die städtische Gedenkstätte Erinnerungsort Liberale Synagoge auf dem Klinikumsgelände bilden. Landsberger war es, der am 23. Februar 1876, vor 145 Jahren, die Liberale Synagoge feierlich einweihte und die Thora-Rollen in die Heilige Lade trug. Am 23. Februar 1876 hatte Rabbiner Julius Landsberger im Beisein der gesammelten Darmstädter Prominenz die Thora in die Heilige Lade getragen. Nur 62 Jahre später, im Darmstädter Novemberpogrom von 1938, zerstörten die Nazis das Gotteshaus. Anfang Oktober 2003 wurden Überreste der Synagoge bei den Aushubarbeiten des Neuen Klinikums für Innere Medizin wiederentdeckt. Spenden für die neue vereinseigene Benefizkampagne "Darmstadt braucht eine Rabbi Bruno Italiener-Gedenktafel voraussichtlich Frühj. 2022!" erbeten.

Im November 2022 soll dann das FLS-Projekt Darmstadt auch einen Julius-Goldstein-Platz folgen. Vorherige Anmeldung verpflichtend: martin.frenzel@liberale-synagoge-darmstadt.de. Weitere Infos: www.liberale-synagoge-darmstadt.de.

Weitere Informationen unter
Internet: http://www.liberale-synagoge-darmstadt.de
E-Mail: martin.frenzel@liberale-synagoge-darmstadt.de

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