Gedenken an den Völkermord in Ruanda

Gau-Algesheim war in diesem Jahr Austragungsort des Gedenktages zum Völkermord 1994 an den Tutsi in Ruanda. Aufgerufen hatte dazu der Verein "IBUKA Deutschland", der als Organisation der Überlebenden des damaligen Massenmordes die Erinnerung an dieses entsetzliche Erlebnis aufrechterhält. Mitveranstalter war die Botschaft von Ruanda, vertreten durch den Botschafter Igor César. Zu Beginn der Feier trafen sich die rund 150 Teilnehmer am Bahnhof zu einem Schweigemarsch durch die Langgasse über den Marktplatz zum Eickemeyer-Park, wo der Botschafter und Dr. Rolf Meier (Abteilungsleiter im Ministerium des Innern und für Sport) Kränze für die Völkermorde an der jüdischen Bevölkerung und an den Tutsis niederlegten. Beide brachten zum Ausdruck, dass sich solche Taten nie mehr und an keinem Ort dieser Welt wiederholen dürfen.

Am Schloss Ardeck berichtete Günter Frey als Sprecher der Arbeitsgruppe "Partnerschaft Gau-Algesheim / Kigina" über die Entstehung dieser Partnerschaft mit der Schule und der Kommune Kigina. Er schilderte die vielen Aktionen in der Stadt und die Projekte, die dadurch bisher finanziert werden konnten. Stadtbürgermeister Michael König sicherte dieser besonderen Partnerschaft mit Verweis auf die lange Tradition der Stadt und deren Weltoffenheit auch weiterhin seine volle Unterstützung zu.

Danach begaben sich die Teilnehmer in den Festsaal des Schlosses, wo die eigentliche Gedenkfeier ausgerichtet wurde. Nach der Begrüßung durch den IBUKA-Vorsitzenden Wolfgang Blam begann sie mit einem auf Kinyarwanda gehaltenen Gebet. Dem folgte ein im Chor gesungenes Lied. Die anschließende Kerzenzeremonie ging in ein stilles Gedenken an dieses Ereignis über. Persönliche Eindrücke schilderten in einem moderierten Interview zwei Ruander, die den Genozid in Deutschland erlebten. In besonders emotionaler Weise berichtete der in Gau-Algesheim lebende Japhet Dufitumukiza über die Situation seiner 12-köpfigen Familie. Nachdem seine Mutter und sechs Geschwister getötet wurden, gelang ihm als Nichtschwimmer mit Hilfe eines Hutus in einem Plastiksack die Flucht über den Fluss in den Kongo, wo er erneut vor den nachkommenden Hutus fliehen musste und unter ärmlichen Bedingungen in einem Kinderheim Unterschlupf fand. In den Grußworten von Botschafter César und des früheren Präsidenten des Vereins "Partnerschaft Rheinland-Pfalz / Ruanda", Dr. Richard Auernheimer, stellten sie die Bedeutung der Partnerschaft für ein friedliches Zusammenleben unter den Völkern heraus. In diesem Rahmen wurde auch auf den aktuellen Bezug zum Krieg in der Ukraine hingewiesen. Mit einem gemeinsamen Abendessen endete ein würdevoller Gedenktag, der den anwesenden Gau-Algesheimer Bürgerinnen und Bürgern und einigen ukrainischen Flüchtlingen, die solidarisch den Schweigemarsch begleitet hatten, wohl lange Zeit in guter Erinnerung bleiben wird. Günter Frey stellte dazu fest, dass Gau-Algesheim stolz sein kann, zu den aktiven Städten dieser Entwicklungshilfe zu gehören.

Weitere Informationen unter
Telefon: 06725 95985
E-Mail: guenter.a.frey@t-online.de

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