Gemeinsam für Leben auf dem Friedhof

Ein Friedhof als Ort des Lebens? Mindestens als Ort, auf dem Lebendiges geschieht und gemeinsam Platz für Leben geschaffen wird: so jetzt in Zell, wo Angehörige der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde aus Pfungstadt zusammen mit Kirchenvorstands-Mitgliedern der Evangelischen Kirchengemeinde Zell und weiteren Bürgern dieses Bad Königer Stadtteils Äste geschnitten, Unkraut gejätet und ein Pflanzbeet neu hergerichtet haben. "Die Idee kam von Sheraz Khan, der als Mitglied im Ortsbeirat auf mich zukam", erzählt die Kirchenvorstandsvorsitzende und Zeller Ortsvorsteherin Erika Volk. Seit längerem ist der Zeller Friedhof Thema in dem Gremium, denn einiges an Arbeit ist auf dem Gottesacker angewachsen. Khan, der auch Zweiter Vorsitzender des Bad Königer Ausländerbeirates ist, gehört zur Ahmadiyya-Gemeinde und konnte einige befreundete Gemeindeglieder für den Arbeitseinsatz gewinnen. Erika Volk fand Unterstützung bei Kollegen aus dem Kirchenvorstand, und auf einen Aufruf hin meldeten sich weitere Zeller.

Über ein Dutzend Leute haben so am Samstag vier Stunden lang zusammengearbeitet und eine Rundumpflege des oberen Teils des Friedhofes geleistet: So seien die Mauer vom Efeu befreit, tiefhängende Äste an Bäumen entfernt und überhaupt Bäume und Hecken geschnitten worden. "Außerdem haben wir im Urnenfeld und auf Gehwegen Unkraut gejätet", zählt Erika Volk weiter auf. Winterharte Stauden wurden im Urnenfeld gleich neu gepflanzt. Diese sowie Pinienmulch zum Abdecken hat die Stadt Bad König bezahlt, die Stauden wurden in einer Gärtnerei der Kurstadt gekauft. Die Arbeitsgeräte brachten die rührigen Friedhofsgärtner gleich selbst mit.

Nach dem Einsatz gab es einen gemütlichen Abschluss, sozusagen mit internationalem Essen, zubereitet von Frauen aus der Ahmadiyya-Gemeinde.

"Hier sind Menschen beerdigt, die alle mal unter uns gelebt haben", zitierte Erika Volk einen der muslimischen Helfer, er sei "froh, hier mitwirken zu dürfen".

Freigeschnitten wurde übrigens auch ein historischer Stein in der Friedhofsmauer, der von der Geschichte des Ortes erzählt: Unweit dieses Platzes nämlich lebte vor Jahrhunderten ein Einsiedler-Mönch in einer Klause – lateinisch Cella, woraus später Zell wurde, der Ursprung des Ortes und seines Namens. Also noch einmal ein Hinweis auf Leben, das hier erwachsen ist.

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