Gemeinwohl-Ökonomie stark im Trend

Die Gemeinwohl-Ökonomie Regionalgruppe Wetterau weist verstärkt auf erfolgreiche Initiativen auf kommunaler Ebene hin.

"Seit sich im Oktober letzten Jahres mit Steinheim im Landkreis Höxter / NRW die erste komplette Verwaltung einer deutschen Stadt erfolgreich Gemeinwohl zertifiziert hat, erreichen uns immer wieder Anfragen von kommunaler Seite", berichtet Petra Zahay, Koordinatorin Regionalgruppe Wetterau.

Zuvor hatten bereits kleinere Gemeinden, wie beispielsweise Kirchanschöring in Bayern oder Bordelum in Schleswig-Holstein eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt.

Auch Großstädte beschäftigen sich zunehmend mit den Werten der Gemeinwohl-Ökonomie. Dort wird in der Regel mit der Zertifizierung eines Eigenbetriebes begonnen. In München sind es beispielsweise die städtischen Schwimmbäder, in Stuttgart die Stadtentwässerung oder ganz aktuell in Marburg die Stadtwerke. "Das hat für die jeweiligen Stadtverwaltungen den Vorteil, erst einmal in kleineren, überschaubaren Bereichen Erfahrungen zu sammeln", erklärt Gemeinwohl-Beraterin Vera Ronge die Vorgehensweise.

Und diese Erfahrungen sind positiv. Die Ausrichtung der Verwaltung nach Gemeinwohl-Werten wie Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, Transparenz und demokratische Mitbestimmung wirkt nicht nur nach außen gegenüber den Bürger*innen und Lieferant*innen sondern auch auf die eigenen Mitarbeiter*innen. Beteiligung und Mitbestimmung sind wichtige Aspekte, die das Gemeinschaftsgefühl und die Motivation stärken und auch praktische Folgen haben. So berichtet Carsten Torke, Bürgermeister der Stadt Steinheim, dass in seiner Verwaltung der Krankenstand seit der Zertifizierung um 40% gesunken ist.

Doch nicht nur die öffentlichen Verwaltungen können die Gemeinwohl-Ökonomie voranbringen. Auch kommunale Dienstleister wie das Stadtmobil Rhein-Neckar oder der Landesforstbetrieb ForstBW in Baden-Württemberg haben sich GWÖ bilanzieren lassen. Einen anderen Weg geht die städtische Wirtschaftsförderung in Stuttgart. Dort beteiligt sich die Stadt mit einem Förderprogramm zu 50% an den Kosten einer Zertifizierung und unterstützt damit auch die Entwicklung einer gemeinwohlorientierten lokalen Wirtschaft.

"Die GWÖ ist im Grunde eine Rückbesinnung auf unsere Verfassungswerte", beschreibt Petra Zahay die Zusammenarbeit mit den Kommunen. "Artikel 38 der hessischen Verfassung sagt: Die Wirtschaft des Landes hat die Aufgabe, dem Wohle des ganzen Volkes und der Befriedigung seines Bedarfes zu dienen." Das zum Ziel des wirtschaftlichen Handelns zu machen, ist die Aufgabe der Gemeinwohl-Ökonomie.

Kommunale Verwaltungen, die mehr über Gemeinwohl-Bilanzierungen erfahren wollen, schreiben eine Nachricht an wetterau@ecogood.org.

Weitere Informationen unter
Internet: https://www.ecogood.org/
E-Mail: wetterau@ecogood.org

Weitere Berichte

Dr.Gero Pappe

Skizzen und schnelle Zeichnung in der Stadt Friedberg

  • Dr. Gero Pappe
  • FRIEDBERG
  • 05.08.2021 – 05.08.2021

Auf einem kurzen Stadtrundgang (ca. 1 km), haben Besucher Gelegenheit, Skizzen unter Anleitung zu zeichnen. Weitere Details entnehmen Sie bitte der Ergänzung. Kosten ...

Stadt Usingen

Der Usinger Eine-Welt-Laden in der "Fairen Woche" auf dem Wochenmarkt

  • Ute Harmel, Stadt Usingen
  • USINGEN
  • 19.09.2021

Im Rahmen der bundesweiten Aktion "Fairen Woche" präsentierte sich der Eine-Welt-Laden der Katholischen Kirchengemeinde mit einem Stand auf dem Usinger Wochenmarkt. ...

Lea Kehrbaum

Theater in Coronazeiten: Onlineshow mit über 800 Zuschauern

  • Lea Kehrbaum
  • NIDDATAL-ASSENHEIM
  • 14.12.2020

Es war fast wie in den Jahren zuvor: Die Darsteller*innen der Theatergruppe Assenheim bereiteten sich am Samstagabend auf ihren Auftritt vor, legten ihr Make Up ...

Sie haben auch etwas Interessantes zu berichten?

Schreiben Sie jetzt Ihren Beitrag.

Beitrag erstellen

Termine aus der Region

28.
Oktober
Offener Stammtisch für ehrenamtlich tätige rechtliche Betreuer*innen

Betreuungsverein der Arbeiterwohlfahrt Worms e.V.

WORMS

28.
Oktober
Kindermalkurs in der Villa Schnitzler

Villa Schnitzler

WIESBADEN

28.
Oktober
Figurentheater: YAKARI - Der kleine Indianerjunge

Theaterzelt Main-Wiese Okriftel (Kappeswiese)

HATTERSHEIM

Lade Daten