Gemeinwohl-Ökonomie - Wirtschaft der Zukunft?

Gemeinwohl-Ökonomie - Wirtschaft der Zukunft?

Die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise zeigt, wie fragil unsere Gesellschaft auf unerwartete Einflüsse von außen reagiert. Viele fragen sich nun, wie wir unsere Wirtschaft in Zukunft so aufstellen können, so dass sie widerstandsfähiger wird. Als eine Antwort darauf wird von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen und Parteien immer wieder der Begriff Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ins Spiel gebracht.

Wir haben die Wetzlarer Gemeinwohl-Beraterin Vera Ronge gefragt, was es damit auf sich hat.

1.FRAGE:

Frau Ronge - können Sie uns in kurzen Worten die Grundidee der Gemeinwohl-Ökonomie beschreiben?

ANTWORT:

Unter Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) verstehen wir ein zukunftsorientiertes Wirtschaftssystem, bei dem Gewinnmaximierung, Umsatzsteigerung und Wachstum nicht im Fokus stehen, sondern gemeinwohl-orientierte Werte wie z.B. Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung.

Die GWÖ beurteilt Erfolg aus dem Blickwinkel des Gemeinwohls und und zeigt mit Hilfe der Gemeinwohl-Bilanz, welchen Beitrag Unternehmen hierfür leisten können.

2.FRAGE:

Verlangt die Gemeinwohl-Ökonomie die Abschaffung der Marktwirtschaft?

ANTWORT:

Nein. Wir brauchen eine neue Wirtschaftsform, die weder zügelloser Kapitalismus noch gleichmacherischer Kommunismus ist. Privates Unternehmertum bleibt dabei auch weiterhin wichtig.

Im Unterschied zu heute ist aber Kooperation statt Konkurrenz sowie ein marktwirtschaftliches Handeln wichtig, dass kompromisslos drei Fragen verbindet, die aus Sicht der GWÖ zukunftsweisend sind: Dient mein Tun den Menschen? Dient mein Tun der Umwelt? Dient mein Tun einem friedvollen Miteinander?

3.FRAGE:

Woher kommt die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie?

ANTWORT:

Die GWÖ wurde 2010 in Österreich auf Basis des gleichnamigen Buches des österreichischen Publizisten Christian Felber gegründet.

Aktuell umfasst die Bewegung weltweit 11.000 Unterstützerinnen, 2.000 Aktive und 30 Fördervereine.

4.FRAGE:

Wird die Gemeinwohl-Ökonomie irgendwo schon praktiziert?

ANTWORT:

Schon über 600 Unternehmen haben eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt.

Hier in der Region z.B. Lilly in Bad Homburg, die Info GmbH in Lich oder Satis&Fy in Karben.

Auch Kommunen und Bildungseinrichtungen können sich bilanzieren lassen. Die Walddorfschule in Bad Nauheim oder die Marburger Stadtwerke sind aktuelle Beispiele dafür. Hier in Hessen wurde die GWÖ 2018 in das Regierungsprogramm aufgenommen und es ist vorgesehen, dass dieses Jahr die ersten Unternehmen mit Landesbeteiligungen mit einer Gemeinwohl - Bilanzierung starten.

Aber auch für Privatpersonen, die interessiert und aktiv am Thema mitarbeiten wollen, gibt es über 250 GWÖ-Regionalgruppen.

Noch Fragen?
www.ecogood.org

Regionalgruppe Wetterau: Koordinatorin Petra Zahay Tel.06032-9286257 oder wetterau@ecogood.org

Gemeinwohl-Beraterin Vera Ronge: Tel 06085-411621 oder info@thinkfresh-ronge.de

Weitere Informationen unter
Telefon: 06085 411621
Internet: https://www.thinkfresh-ronge.de/
E-Mail: info@thinkfresh-ronge.de

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