In Mainz ist kein Platz für Hetze – eine Stadt stellt sich quer

Mainz wurde bekanntlich als römischer Legionsstandort gegründet. Mit den Soldaten aus dem gesamten römischen Reich kam eine Vielfalt an Kulturen, Religionen und nicht zuletzt der Wein zu uns. Der Rhein war lange Zeit Reichsgrenze, weshalb die Germanen rechtsrheinisch hausten und den geringsten Teil der Mainzer Urbevölkerung stellten. Mainz steht seit seiner Gründung für Vielfalt. Bis heute gibt es (Möchtegern-)Germanen, welche diese Geschichte zu gerne umschreiben würden.

So hat die neonazistische Partei "Neue Stärke", die sich nicht zufällig als "NS-Partei" abkürzt, für den 16. Juli 2022 einen Aufmarsch in Mainz angekündigt. Der explizite Bezug zum Naziregime, das militante Auftreten und das martialische Vokabular der Neonazis sind eindeutig. Das weckt Erinnerungen an den 1. Mai 2009. Damals versammelten sich 5000 Mainzerinnen und Mainzer rund um den Hauptbahnhof und schickten so die Rechtsradikalen der NPD unverrichteter Dinge wieder nach Hause.

Auch heute wollen viele Mainzer*innen nicht, dass in ihrer Stadt menschenverachtende Hetze verbreitet wird. Davon ist das Bündnis "Mainz stellt sich quer" überzeugt. Dem Aufruf des Bündnisses haben sich schnell über 60 Organisationen angeschlossen, von Gewerkschaften über Parteien und Jugendverbänden zu religiösen Institutionen, Menschenrechtsorganisationen und Gruppen aus der Zivilgesellschaft. Die breite Unterstützung freut die Initiator*innen des Bündnisses sehr:

"Wir möchten am 16. Juli zeigen, dass Mainz eine vielfältige, bunte und tolerante Stadt ist. Dazu gehört, jenen Kräften Grenzen zu setzen, die Rassismus und Antisemitismus verbreiten und Hass und Gewalt sähen." so eine der Sprecherinnen. Die Anschläge von Hanau und Halle zeigten, wie schnell solche Hetze in tödlichen Fanatismus umschlagen kann.

Mainz stellt sich quer‘, möchte es allen Menschen ermöglichen, ihren Protest auf die Straße zu tragen. Alle demokratisch, gewerkschaftlich, religiös, antirassistisch oder antifaschistisch gesinnten Menschen sind aufgerufen, den Rechten gemeinsam friedlich und entschlossen entgegenzutreten.

Dazu werden vielfältige Gegenaktivitäten organisiert. Die Hauptkundgebung des DGB findet in der Schottstraße statt, gegenüber des Hauptbahnhofes. Oberbürgermeister Michael Ebling, die Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner und Daniel Baldy und viele andere werden dort für Vielfalt und Toleranz sprechen. Für Familien und Menschen mit Kindern wird auf der Grünfläche der Kaiserstraße ein Anlaufpunkt sein. Dort haben u.a. ‚'Ingelheimer Clowns‘ ihr Kommen angesagt. Aktuelle Informationen über Zeiten und Orte sind zeitnah auf der Webseite der Vereinigten der Verfolgten des Naziregimes mainz.vvn-bda.de abrufbar.

In jedem Falle ist damit zu rechnen, dass die Mainzerinnen und Mainzer am 16. Juli 2022 einmal mehr ihre Stadt als Ort der Toleranz und der Vielfalt feiern. Wenn genug Menschen zusammenkommen, dann werden die (Neu-) Germanen, das lässt sich prognostizieren, wieder einmal in die Röhre gucken.

Weitere Informationen unter
Internet: http://mainz.vvn-bda.de
E-Mail: vvn-bda-mainz@gmx.de

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