Kanuten trotzen tückischen Gewässern bei Spiekeroog

"Du wirst es in den Hafen schaffen." ermutigt der Fahrtenleiter den havarierten Jürgen. Lukendeckel nicht geschlossen und das Heck versank, so dass die Bootsspitze steil aus dem Wasser ragt. Das kipplige Kajak kann mit Geschick und gegen Wasserwiderstand weiterbewegt werden. Ein Fall für die "Husky-Methode". Michael und Bruno werden angespannt. Die Tour des Kanu Club Oppenheim führte zu den Ostfriesischen Inseln. Die Anreise mit kompletter Ausrüstung von Neuharlingersiel nach Spiekeroog, 6 km vor der Küste, ist zu bewältigen. Ebbe und Flut der Nordsee, frischer Wind mit 35 km/h und bei Anreise schwere Beladung sind beherrschbar. Mehr Wind brächte zu schweres Fahrwasser. 3 Teilnehmer sind Wildwasserkanuten. Sie setzen ihr Geschick zur Sicherung von Stefan und Jörg ein. Und seetaugliche Ausrüstung, wie Lenzpumpe, Kompass, abkoppelbares Abschleppseil. Einer der Beiden muss aus der Gefahrenzone der Spiekerooger Hafeneinfahrt geschleppt werden. 2 Stunden nach Hochwasser treffen die Kanuten auf Gezeitenströmung, die mit Wind zu Wellenhöhen von über 1m führen. Tückisch … die Situation beherrscht eine Fläche von 1 Hektar und ist aus der Ferne nicht einzuschätzen. Unter der Oberfläche laufende Priele treffen auf Hindernisse und bringen das Wasser zum Brodeln. Der andere Neuling im schweren Wasser kentert zw. Wangerooge und Spiekeroog. Zw. den Inseln verläuft eine Buhne, die bei Flut überspült Turbulenzen bewirkt. Trotzdem wird die 30-km-Inselumrundung zu Ende gebracht. Der Schwimmer wird zur Bootsspitze des Retters dirigiert, der das vordere Ende des gefluteten Kajaks packt und auf sein Deck zieht. Umgedreht anheben und danach die Lenzpumpe einsetzen. Dann liegt das leere Kajak längsseits zum Retter und der Schwimmer schiebt sich mit Schwimmschlag übers Heck. 2 Kanuten mit überschüssigen Kräften zieht es zur Nachbarinsel Langeoog. Da kämpfen sie gegen Strömung von 6km/h. Ursache ist die einsetzende Flut, der nur der Durchlass zw. den Inseln bleibt, um das Watt zw. Küste und Inseln zu füllen. Tidenhub 270cm. Auf dem letzten km nehmen sie den Landweg. Per Kajak auf Rädern geht es üb. eine Sandpiste in Richtung Ziel, alte Meierei. Die Insel mit ihren Sandbänken ist Ruhestätte für Robben. Langeoog wird daher ein 2. Mal angefahren. Auf der Wattseite sind Verbotszonen eingerichtet, mit Bojen markiert. Die Kanuten haben Seekarten und achten auf behutsame Annäherung an markierte Gebiete. Zum Dank und aus Neugier umzingeln 20 Robben die Kanuten im Abstand von 30m. Schöne Begegnung, die uns ein Stück erhaltenswerte Natur spüren lässt. Auf ein Abenteuer anderer Art lässt sich eine 5. Klasse ein. 15 Schüler mit Lehrerin und ihr Sohn. Bei Wind und unsachgemäßem Aufbau reißt Zeltplane des Versorgungszelts. Man hatte wenig geübt und sich auf gut Wetter und Glück verlassen. Dafür sind die Oppenheimer zuständig. Sie erkennen Fehler, liefern Tape-Gewebeband zur Reparatur und gewinnen 17 Freunde. Die revanchieren sich mit Reibekuchen und einem Ratatouille-Essen tags drauf.

Weitere Informationen unter
Internet: https://www.KC-Oppenheim.de

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