Lobrede von Erasmus Oswald Schreckenfuchs auf Sebastian Münster

Sebastian Münster ist am 20. Januar 1488 in Nieder-Ingelheim geboren und am 26. Mai 1552 in Basel an der Pest verstorben. Auch wenn der 09. Oktober, an dem in Ingelheim der Tag der Landesgeschichte Rheinland.-Pfalz stattfand, kein runder Todestag ist, hat der Historische Verein Ingelheim den berühmtesten Sohn der Stadt und Pionier modernen Denkens mit einer Veranstaltung ehren wollen. Christian Klischat vom Staatstheater Wiesbaden trug die Trauerrede des Erasmus Oswald Schreckenfuchs, die dieser an der Universität Tübingen vor Studenten – als erste deutsche Studentin wurde Johanna Kappes 1899/1900 eben erst an dieser Universität immatrikuliert - und Professoren zum Gedächtnis seines Lehrers Sebastian Münster gehalten hat, nicht im hebräischen Original, sondern in deutscher Übersetzung und in einer gekürzten Fassung vor. In der Klage über das Scheiden seines Meisters aus dieser Welt, des ausgezeichneten und weisen Sebastianus Munsterus Ingelheimensis schildert er den Verlauf seines Lebens von der Geburt in Ingelheim, ein Städtchen im deutschen Land, das durch große Ereignisse weit bekannt ist, zwischen der großen Stadt Mainz und der Stadt Bingen, von dem Unterricht seiner Lehrer, seine Studien auf dem Gebiet der Philologie (Hebraistik), Kosmografie, Geografie, Kartografie, Mathematik, Astronomie, Geschichte und Theologie. In all diesen Fächern zeichnete er sich aus und übertraf seine Mitstudenten so weit, dass sie stumm erschienen im Vergleich mit der Höhe seines Verstandes und Wissens. Münster tritt in den Orden der Franziskaner ein und erhält an den Ordenshochschulen in Tübingen, Basel und Heidelberg einen Lehrauftrag. Nach dem Austritt aus dem Orden der Franziskaner und Konvertierung zum Protestantismus übernahm er 1529 eine Professur für Hebräisch an der Theologischen Fakultät der reformierten Universität in Basel, heiratete Anna Selber, denn es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei. Mit überaus großem Fleiß hat Sebastian Münster seine hebraistischen sprachwissenschaftlichen Werke, seine Bibelübersetzung und seine kosmografischen, geografischen, kartografischen, astronomischen und mathematischen Arbeiten geschaffen. Sein Hauptwerk ist aus heutiger Sicht die erstmals 1544 bei Heinrich Petri in Basel gedruckte Cosmographia, in der er die Größe der göttlichen Schöpfung dargestellt hat. Münster wollte darin den nachkommenden Generationen einen Einblick in Geschichte, Geografie, Völkerkunde, Botanik und Zoologie seiner Zeit vermitteln und historische sowie zeitgenössische Quellen erhalten.

Mit den Worten:
Möge Gott ihm gnädig seinen Platz im Garten Eden gewähren. Ich habe geredet! beendete Schreckenfuchs seine Leichenrede.

Eine digitale Fassung der Trauerrede von Erasmus Oswald Schreckenfuchs findet man unter https://www.uni-giessen.de (schreckenfuchs-1552-sebastian-muenster-dt.pdf)

Die durch Christian Klischat vorgetragene Rede ist auf der Facebookseite des Historischen Vereins Ingelheim zu finden.

Weitere Informationen unter
E-Mail: Reiner_Letzner@t-online.de

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