Matinée zum Weltfrauentag in Darmstadt

Mit zwei sehr unterschiedlichen Programmteilen feierten am Sonntag Mitte März viele Frauen und wenige Männer im Justus-Liebig-Haus den Internationalen Frauentag. Aus gegebenem Anlass interpretierte Beate Leisner Lieder gegen den Krieg, die BüchnerBühne Riedstadt zeigte das Lustspiel "Nur berühmt" von der Darmstädter Frauenrechtlerin Luise Büchner. Mit knapp 90 Frauen war der Saal mit ausreichend Abstand sehr gut gefüllt, zwischen den Veranstaltungsteilen war Zeit zum persönlichen Austausch bei Sekt und Brezel.

"Ich denke an die ukrainischen Frauen, die Widerstand gegen die russischen Invasoren leisten, um die Freiheit und die Souveränität ihres Landes zu verteidigen. Und an die mutigen Frauen in Belarus und Russland, die in ihren Ländern gegen den Krieg demonstrieren, die trotz der damit verbundenen Risiken für ihre eigene Freiheit auf die Straße gehen, um für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten", mit diesen Worten zur aktuellen Lage begrüßte Elke Möller, Vorsitzende des Bezirksfrauenrates von Ver.di, Region Südhessen, und leitete zum eher nachdenklichen und leisen Teil des Vormittags über.

Die Mezzosopranistin Beate Leisner begleitete sich selbst auf der Gitarre und sang "unpugged" bekannte Songs zum Thema Krieg und Frieden. Großartig interpretierte sie Tracy Chapmans Welthit "Talking about a revolution", eindringlich gestaltete sie ihre Version von Stings "The Russians" oder Violeta Parras "Gracias a la vida" als klare Statements gegen Diskriminierung und Krieg.

Als Luise Büchner (1821-1877), Schwester von Georg Büchner, ihr Stück "Nur berühmt" schrieb, warb auch sie für Solidarität unter den Frauen. Der Darmstädterin ging es vor allem um mehr Bildung für Mädchen und Frauen. Über die Art der "Bildung" vieler Damen der Gesellschaft spottet sie in ihrem Theaterstück, in dem gleich mehrere Frauen einem "Macho" huldigen, nur weil sie glauben, dass er ein Künstler sei - mit turbulentem Ende. Die BüchnerBühne verstand es bestens, aus dem historischen Stoff eine derb-komische Posse mit zugespitzen Geschlechterrollen zu machen und aktuell das Thema "Fake News" sehr unterhaltsam auf die Bühne zu bringen.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Frauenbewegung in Nordamerika ihren Anfang. Frauenrechtlerinnen forderten neben mehr Bildung Gleichheit und das Frauenwahlrecht, darauf wies Agnes Schmidt, Vorsitzende der Luise Büchner Gesellschaft, in ihrer Rede zum Frauentag hin. Selbst in Darmstadt fand am 19. März 1911 eine Versammlung im Gewerkschaftshaus statt. "Außer im sozialdemokratischen "Hessischen Volksfreund" sucht man freilich in der damaligen Darmstädter Presse vergebens nach einem Bericht", so Schmidt. Frieden war stets eins der zentralen Themen der Frauenbewegung. "Es ist wichtig, an die Diskriminierung von Frauen und Minderheiten zu erinnern und für Menschrechte allgemein zu kämpfen."

Bericht: Luise Büchner-Gesellschaft

Weitere Informationen unter
Internet: http://www.luise-buechner-gesellschaft.de
E-Mail: info@luise-buechner-gesellschaft.de

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