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65187 WIESBADEN

"MigraMundi" – 10 Jahre Engagement für Teilhabe von Migrantinnen

Von Zsuszanna Dobos de Prada

Mit Weggefährten und Kooperationspartnern aus Kommunalpolitik und sozialer Arbeit feierte der interkulturelle Verein "MigraMundi" aus Wiesbaden am 11. Dezember sein zehnjähriges Jubiläum. Sozialdezernent Christoph Manjura blickte in seinem Grußwort zurück auf eine Dekade erfolgreicher Arbeit mit und für die Stadtgesellschaft und dankte den Frauen des Vereins für ihr tatkräftiges Engagement für Integration und Teilhabe.

2009 wurde der Verein von 13 Frauen unter dem Dach des Caritasverbandes gegründet, damals vom Bundesamt für Migration und der Stadt Wiesbaden unterstützt. Als Hauptziel stellte sich der schnell wachsende Verein die Aufgabe, Migrantinnen und deren Familien an die Teilhabe an der Gesellschaft heranzuführen, sie für die Mitarbeit in Gremien und Projekten zu qualifizieren und damit in die Lage zu versetzen, ihre Belange selbst und eigenständig zu vertreten. Die Selbstorganisation und der gesellschaftspolitische Dialog sollten gefördert werden. Wichtig war die Vernetzung untereinander und mit Gremien der Stadt: Ausländerbeirat, Ortsbeiräte, Stadtteilkonferenzen, kulturelle und soziale Einrichtungen.

Bereits zwei Jahre später war der Verein auf 42 Frauen aus 26 Nationen angewachsen. Das Besondere ist nach wie vor, dass MigraMundi sich auf Frauen und deren Familie konzentriert sowie, im Gegensatz zu anderen Migranten- oder Kulturvereinen, nicht auf eine Nationalität beschränkt. Gremienarbeit gelang von Anfang an, zum Beispiel hat der Verein seit langem einen Sitz im Ausländerbeirat. Aber auch Kulturprojekte wurden unterstützt und angeregt.

Mit dem Einzug in eigene Büroräume in der Innenstadt im Schenk’schen Haus 2010 war MigraMundi endgültig im Bewusstsein und in der Mitte der Stadt angekommen. Bis November 2011 war der Caritasverband noch der Träger des Vereins. Seitdem arbeitet dieser eigenverantwortlich. Zahlreiche Kulturprojekte wie beispielsweise die viel beachtete Ausstellung "Integration ist ein Genuss" im Stadtmuseum 2015, aber auch Projekte zur Hilfe für Geflüchtete und andere wurden organisiert.

Hauptprojekt ist seit einigen Jahren die Ausbildung und der Einsatz von Integrationsassistentinnen, die mittlerweile in eine IHK-zertifizierte Ausbildung zu "Sprach- und Kulturmittler*innen" mündete. Die Zielgruppe sind Migrant*innen mit guten Deutschkenntnissen sowie Kenntnissen und Erfahrungen mit den deutschen Institutionen. Sie sollen zum einen Geflüchtete und Zuwanderer mit geringen Sprachkenntnissen unterstützen, aber auch den Institutionen bei der Arbeit im Umgang mit der genannten Zielgruppe helfen und auf diese Weise sprachliche und kulturelle Barrieren auf beiden Seiten abbauen.

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