Neue Bilder von Armut und Ausgrenzung in Buchform

Über zehn Jahre nach der Erstveröffentlichung bringen Jürgen Malyssek und Klaus Störch ihr Buch "Wohnungslose Menschen – Ausgrenzung und Stigmatisierung" in einer zweiten, grundlegend überarbeiteten Auflage im Freiburger Lambertus Verlag heraus. Zwar habe sich die Lebenssituation der wohnungslosen Menschen auf der Straße und in den Einrichtungen des Hilfesystems nicht grundlegend geändert. Die gesellschaftlichen Verhältnisse aber seien noch komplexer und komplizierter geworden und der Druck verschärft, so das Autorenteam.

"Diesen neuen und veränderten Phänomenen haben wir nachgespürt, um der aktuellen Lebenswirklichkeit von Wohnungslosen so nahe wie möglich zu kommen. Während wir in der Erstauflage unseren Fokus auf das Schicksal wohnungsloser Männer legten, thematisieren wir in der neuen Auflage auch die Situation von Frauen in der Wohnungslosigkeit und schließen damit eine Lücke", erläutert der Sozialpädagoge Jürgen Malyssek.

"Keinesfalls eine Verbesserung der Situation festzustellen"

"Für unseren Caritasverband ist die Betreuung der von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen wichtig. Denn es ist lediglich eine Veränderung, keinesfalls eine Verbesserung der Situation festzustellen", zieht Torsten Gunnemann, Geschäftsführer des Caritasverbandes für den Bezirk Main-Taunus, ein bedauerliches aber realistisches Fazit. "Und die Pandemie macht es für niemanden besser."

"Wohnungslose Menschen" soll ein Arbeits- und Lesebuch sein, das versucht, dem Leser unterschiedliche Zugänge zum Phänomen Wohnungslosigkeit anzubieten: Einblicke in die Gesellschaft mit der Kluft zwischen Arm und Reich, in die Lebenswelten und die Schicksalshaftigkeit der Betroffenen, in deren wachsende Ausgrenzung, in fachliche Aspekte der Sozialen Arbeit mit Wohnungslosen.

Kunst und Kultur bieten Wege der Integration sozial benachteiligter Menschen"

"Vor allem aber stellen wir auch philosophische und sozialpsychologische Fragen und zeigen auf, dass Kunst und Kultur erstaunlich viele Wege und Lösungen der Integration und Anerkennung von sozial benachteiligten Menschen bieten", sagt Klaus Störch (60), Diplom-Pädagoge und selbst in der Kulturszene aktiv. Er ist Leiter im Haus Sankt Martin am Autoberg in Hattersheim, einer Einrichtung der Wohnungslosenhilfe. Träger ist der Caritasverband Main-Taunus. Jürgen Malyssek (75) war bis 2005 Sozialarbeiter und Fachreferent für Wohnungslosenhilfe beim Diözesan-Caritasverband in Limburg.

Das 294 Seiten umfassende Buch richtet sich an Studierende, Praktikerinnen und Praktiker der Sozialen Arbeit und alle, die sich mit dem Thema Wohnungslosigkeit beschäftigen möchten. Das Standardwerk ist seit Mitte Dezember 2020 im Buchhandel erhältlich.

Weitere Informationen unter
Telefon: 06190 935712
Internet: http://www.caritas-main-taunus.de
E-Mail: stoerch@caritas-main-taunus.de

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