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55218 INGELHEIM

Polychrom Ingelheim - Planungswerkstatt

Von Gerhard Wieseotte

Sie schrieben ihre Wünsche und Träume an eine Pinnwand: Nullemissionshaus, ökologische Bauweise, lebendige Fassaden, keine "Bauklötze", gemeinsame Dachterrasse, Außen- und Innenraum für eine lebendige Gemeinschaft, frische Waren vom regionalen Bauern. Die Rede ist von den rund 15 Gesellschaftern von POLYCHROM projekt1, die jetzt eine zweitägige Planungswerkstatt durchführten.

Sie planen das erste Generationen übergreifende Wohnprojekt in Ingelheim auf dem 3850 Quadratmeter großen Eckgrundstück Wilhelm-Leuschner-Straße/San-Pietro-Straße. Dort befindet sich derzeit noch ein städtischer Parkplatz. Es gibt mit der Stadt einen Optionsvertrag, der der Planungsgemeinschaft den Zugriff auf das Areal erlaubt. Zur Eröffnung der Planungswerkstatt sprach Landrätin Dorothea Schäfer von einem "tollen Projekt", das sie gerne unterstütze: "Uns sind die Familien weggebrochen. Es gilt, verschiedene Generationen zusammenzubringen, damit man nicht allein ist und einer den anderen unterstützt".

Kreativer Austausch mit künftigen Bewohnern

Genau das ist das Ziel von POLYCHROM projekt1: Jung und Alt ein Zuhause zu bieten, in dem jeder seine eigene Wohnung hat und dennoch Gemeinschaft möglich ist. Zur Planungswerkstatt eingeladen waren drei Architekturbüros, die im Dialog mit den künftigen Bewohnern erste Ideen und Vorschläge für eine künftige Bebauung erarbeiteten. Die drei Planungsbüros Michael Gies aus Freiburg, plus+ aus Neckartenzlingen und bb22 aus Frankfurt entwickelten in einem kreativen Austausch mit den künftigen Bewohnern ihre Ideen.

Für das Gelände gibt es keinen Bebauungsplan; deshalb waren die Planer gehalten, sich mit ihren Vorstellungen an die Gegebenheiten im Umfeld zu halten. So ist die Höhe der Gebäude auf drei Vollgeschosse plus ein Staffelgeschoss begrenzt. "Wir wollen keinen "Riesen-Riegel" als Baukörper, sondern bevorzugen eine kleinteilig strukturierte Bauweise", formulierte die Geschäftsführerin von POLYCHROM projekt1, Patricia Frühwirth-Bohne, die Vorstellungen und Ansprüche an die Planung. Energieeffizient will man bauen, möglichst zertifizierte Passiv-Häuser errichten. Gemeinschaftsräume soll es geben, viel Grün und Platz für Kinder zum Spielen. Laubengänge sind gewünscht, die es den Bewohnern ermöglichen, sich schwellenfrei zu begegnen.

Ideen verfeinern und konkretisieren

Es wurde an diesen zwei Tagen gerechnet, gezeichnet, geplant und wieder korrigiert und überplant. Am Ende gab es ganz unterschiedliche Antworten der Architekten auf die Fragen, die die Polychrom-Gesellschafter stellten. Alle drei Planungsbüros sollen nun ihre Ideen verfeinern und konkretisieren. Die Gesellschafter von POLYCHROM projekt1 werden sich dann für einen Entwurf entscheiden, über den noch der Stadtrat abschließend befinden muss.

Zwischen 40 und 60 Wohneinheiten, je nach Größe der Wohnungen und Anzahl der Bewohner, sollen dann entstehen. Noch sind Plätze für Interessenten frei. Vor allem jüngere Bewohner und Familien werden noch gesucht. Wenn alles gut geht, sollen die Wohnungen 2021/2022 bezugsfertig sein.

Weitere Informationen unter
Internet: http://www.polychrom-projekt1.de

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