Quer-Waldein-Strecken sind schädlich für Wald-, Klima- und Naturschutz

Im Fischbachtal wird seit einiger Zeit kontrovers über die Anlage von Mountainbike-Trails, die quer durch den Wald verlaufen, diskutiert. Die Fraktionsvorsitzenden im Fischbachtaler Parlament haben sich von betroffenen Institutionen und Gruppen über deren Meinung informieren lassen. Nun liegt der Ball beim Fischbachtaler Parlament, ob ein Antrag zur Anlage von Trails gestellt wird. Damit sich auch die Fischbachtaler ein Bild machen können, informiert der NABU mit den Hessenfischern, der Jagdgenossenschaft Billings, Meßbach, Nonrod, Steinau und den Jägern über die gravierenden schädlichen Folgen. Die vorgeschlagenen vollkommen neuen Quer-Waldein-Strecken werden mitten durch die ruhigsten Waldbestände verlaufen. Wildlebende Tiere sind damit ständig z.B. auch in den Brut- und Setzzeiten, Dämmerungsstunden und nachts erheblichen Störungen ausgesetzt und verlieren wichtige Rückzugsmöglichkeiten. Die Strecken sollen in Falllinie im steilsten Waldgelände verlaufen. Bei relativ hohen Niederschlagsmengen und flachgründigen Böden wächst durch die Anlage und Befahrung die Erosionsgefahr, welche bei Starkregen noch verstärkt wird. Das dringend benötigte Niederschlagswasser kann viel leichter und schneller abfließen. Viele Waldbestände sind durch die Dürrejahre 2018 – 2020 stark geschädigt. Zur gefahrlosen Nutzung der Trails müssten abgestorbene und stark geschädigte Bäume, in einem Bereich von ca. 30 Metern beiderseits der Strecken gefällt werden. Das Kronendach des Waldes wird aufgerissen und der Wald trocknet schneller aus. Viele der für Trails interessanten Waldstücke liegen unter besonderem Schutz im FFH-Gebiet "Buchenwälder des Vorderen Odenwaldes" als "Natura 2000-Gebiete". Dass die gefährdenden Bäume gefällt werden müssten, läuft dem Ziel der Mehrung von Totholz als Lebensraum und Sicherung der Artenvielfalt entgegen. Dies widerspricht dem Verschlechterungsverbot in FFH-Gebieten. Viele nach Naturschutzrecht besonders geschützte Biotope und Felsformationen würden beeinträchtigt. Sogar ausgewiesene Kompensationsflächen für früher getätigte Eingriffe in Natur und Landschaft wären möglicherweise betroffen. Weiter würde die Jagdausübung empfindlich gestört und es ist mit erhöhten Wildschäden im Wald, an Wiesen und Äckern zu rechnen. Die dringend benötigte neue Waldgeneration würde durch Verbiss von Trieben gefährdet. Die Selbst-Regenerationsfähigkeit des Waldes wird beeinträchtigt. Konflikte mit Wanderern und anderen Erholungssuchenden sind durch Streckenführung in Falllinie bergab unvermeidlich. Waldwege würden gekreuzt werden. Mit der Unterhaltung bzw. Erweiterung des bereits bestehenden Mountainbike-Trails "Fi 1" hat all das gar nichts zu tun. Das Konzept dieses landschaftlich schönen Trails ist, dass Wanderer und wildlebende Tiere möglichst wenig beeinträchtigt werden. Dieses naturverträgliche Mountainbike-Fahren wird von dem NABU unterstützt und begrüßt. Interessierte finden weitere detaillierte Informationen unter www.nabu-fischbachtal.de .

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