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55218 INGELHEIM

Reutlinger-Bericht über die Rechtsverhältnisse im Ingelheimer Grund 1587

Von Reiner Letzner

Der Historische Verein Ingelheim e.V. hat 2019 in dem Beitrag zur Ingelheimer Geschichte, Heft 59 den von Hartmut Geißler, Vorstandsmitglied des Historischen Vereins bearbeiteten Reutlinger-Bericht von 1587 veröffentlicht.

Der Bericht des Oppenheimer Landschreibers Johann Georg Reutlinger für seine Regierung in Heidelberg befasst sich mit den Rechten der Kurpfalz in ihren Reichspfandgebieten (seit 1376) Oppenheim, Nierstein, Dexheim, Schwabsburg und dem Ingelheimer Grund mit Ober-Ingelheim, Nieder-Ingelheim, Winternheim, Sauer-Schwabenheim, Elsheim, Bubenheim, Wackernheim, Frei-Weinheim und Daxweiler.

Dabei handelte es sich vor allem um finanzielle Rechte (Abgaben, Gebühren Zölle), aber auch um Gerichtsrechte und Verwaltungsrechte. All das schwebte in einer bisweilen umstrittenen Gemengelage von altem, überkommenem Recht und neuem Recht, dass die Kurpfalz setzte.

Politisch steckte damals die Kurpfalz in einer finanziellen Krise, weil sie sich militärisch mehrfach erfolglos zugunsten der Calvinisten in Frankreich und den Niederlanden eingesetzt hatte. Und da die Rechtslage in den Gebieten, die die Pfalz an sich nur als Pfandgebiete vom Reich bekommen hatte, häufig nicht im Einklang mit dem Recht des pfälzischen Vollbesitzes war, in dem die Heidelberger Regierung ihren Willen widerstandslos durchsetzen konnte, war die Situation kompliziert. Solche Zusammenstellungen wurden nicht nur von Oppenheim aus, sondern auch von anderen Pfälzer Ämtern gefordert.

Hinzu kam erschwerend, dass die Kurpfalz unter dem Kurfürsten Friedrich III. calvinistisch geworden war und es unter seinen drei Nachfolgern auch blieb (bis zum 30-jährigen Krieg). Ihre Kurfürsten beanspruchten als Landesherren, die Stellen von Pfarrern und Lehrern mit Personen ihrer Konfession besetzen zu können, sie betrieb also die Reformation durch Personalpolitik.

Der Bericht des wohl auch reformierten Oppenheimer Landschreibers wird in den erhaltenen Abschriften auf 1587 datiert, ist aber wohl allmählich in den 1580-er Jahren entstanden. Die Tatsache, dass seine Aufstellung noch weit über ein Jahrhundert später immer wieder abgeschrieben wurde, zeigt die lange Wirkung des damaligen Rechtes.

Der Originalbericht ist 1944 in Darmstadt mit verbrannt, aber es existieren einige spätere Abschriften. Noch keine von ihnen ist bisher in Transkription herausgegeben worden, obwohl Teile davon mehrfach für andere Untersuchungen benutzt wurden.

Der Autor hat die 90 Blattseiten, auf denen der Ingelheimer Grund beschrieben wird, zum ersten Mal völlig transkribiert, zu erklären versucht und ausgewertet.

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