Theaterstück über Afghanistan am 12. Oktober im "Marleen" Wiesbaden

Die Situation in Afghanistan ist momentan unübersichtlich und schrecklich. Besonders Frauen müssen sich Sorgen um ihre Zukunft und die ihrer Töchter machen. Das haben natürlich auch Frauen aus Afghanistan mitbekommen, die schon länger in Deutschland leben. In Wiesbaden kümmert sich der Verein "Frauenwelten", gegründet von Zakia Roohani, um ihr seelisches Wohlergehen und ihre sozialen Kontakte. Es gibt dort auch eine Theater- und Kreativgruppe, die sich regelmäßig im Frauengesundheitszentrum "Sirona" trifft.

Diese rund neun Frauen haben jetzt mit den Profis Elfi Dittrich und Armin Nufer ein Theaterstück entwickelt, in dem es um Afghanistan einst und jetzt geht. In teilweise improvisierten Szenen ohne viele Dialoge, sondern eher pantomimisch-tänzerisch wird gezeigt, wie vor Jahrzehnten die Taliban-Herrschaft schon die Frauen unterdrückte. Zwischendurch gab es Hoffnung, Frauen konnten berufstätig sein, kulturell aktiv, genossen Bildung. Nun ist wieder alles auf den Stand von früher zurückgefallen und man weiß nicht, wie es für Frauen in Afghanistan weitergehen wird. Das Schutzversprechen des Westens gilt nicht mehr. "Die Präsenz der westlichen Länder in den letzten 20 Jahren hat den Frauen die Chance gegeben, Selbstverwirklichung zu erleben. Damals war die Hoffnung so groß. Heute ist die Enttäuschung so groß", sagt Zakia Roohani.

Alles ist jetzt wieder offen. Als Zeichen des Mitgefühls und der Solidarität haben die Frauen dieses Theaterstück entwickelt. Das Projekt wird von "Demokratie leben" unterstützt, Kulturdezernat und das Centermanagement ermöglichen den Auftritt und Proben im neuen Kulturraum "Marleen im Lili".

Bei den Proben ist schon deutlich wahrzunehmen wie gut der körperliche Ausdruck den Frauen tut, die teilweise auch ihre Kinder mitgebracht haben. Als sich zwei von ihnen als Taliban verkleiden und die anderen Frauen symbolisch unter einem schwarzen Tuch verschwinden, wird diese eigentlich tragische, brisante Szene in den Proben mit Lachen begleitet. So hilft das Theaterspielen den selbst geflüchteten, oft traumatisierten Frauen dabei, durch das Spiel mit dem Körper ihre Gefühle zu verarbeiten. Dort ist das Stück mit dem Titel "Vom Schmetterling zum Cocon" am 12. Oktober um 15 und um 17 Uhr zu sehen. Zakia Roohani wird erklärende Worte sprechen. Auch Sozialdezernent Christoph Manjura hat sein Kommen für die 15-Uhr-Vorstellung zugesagt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen, es gelten die 3G-Coronaregeln.

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