Tiere in Brut- und Setzzeit nicht stören

In Zeiten von Corona haben viele Menschen die Natur für sich (wieder-) entdeckt und genießen Ausflüge und Spaziergänge durch Wald und Flur. Der NABU Waldems bittet darum, sich dabei rücksichtsvoll zu verhalten, da die sensible Brut- und Setzzeit der Tiere begonnen hat; also die Vögel brüten und viele Wildtiere bekommen ihre Jungen; Setzzeit genannt. Brütende Vögel wie Feldlerche, Neuntöter und Goldammer benötigen sichere Ruhezonen, in denen sie stressfrei ihre Jungen großziehen können. Auch der in Hessen selten gewordene Feldhase und Rehe sollten ungestört bleiben. Wer die Natur bewusst, aber schonend genießen möchte, sollte sich an folgende Faustregel halten:

Hunde an die Leine: Hunde werden von den meisten anderen Tieren als Bedrohung gesehen. Ein Hund muss jederzeit unter Kontrolle und abrufbar sein. Zwar besteht in Hessen keine allgemeine Leinenpflicht, doch sie ist eine Empfehlung zum Tierschutz während der Brut- und Setzzeit, die im März beginnt und bis zum Juli besteht.

Überall in der Natur sind die Vögel derzeit dabei, ihre Reviere abzugrenzen, einen Partner zu finden und Nester zu bauen. Deshalb ist es wichtig, die gesetzliche Schonzeit beim Pflege- und Rückschnitt von Sträuchern und Hecken zu beachten, die vom 1. März bis zum 30. September gilt. "In dieser Zeit sind nur noch vorsichtige Form- und Pflegeschnitte erlaubt, die den Zuwachs des Jahres entfernen", erklärt der Vorsitzende der NABU Gruppe Waldems e.V., Jürgen Reimann und appelliert. "Ein brütender Vogel darf durch die Heckenpflege nicht gestört werden!"

Der NABU bittet auch darum, aufgeschichtete Reisighaufen aus abgesägtem Holz und Ästen liegen zu lassen. "In den Asthaufen haben bereits erste Vögel mit dem Nestbau begonnen oder Igel und andere Säugetiere einen Unterschlupf gefunden", so Reimann. Dies könne zum Anlass genommen werden, im Garten kleine wilde Ecken einzurichten, die weitere Tiere anlocken. Naturecken, aber auch Laub- und Steinhaufen, Trockenmauern, Schmetterlingswiesen und offene Lehmstellen bieten vielen Tierarten Nahrung und Unterschlupf. Ein naturnah gestalteter Garten ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

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