Weltbienentag 2021: Wildbienen schützen - Bestäubung sichern

Viele Kulturpflanzen müssen von Insekten bestäubt werden, um hohe Erträge zu bringen. Dabei spielen Wildbienen eine weitaus größere Rolle als bislang angenommen. Sie sind ungemein eifrige Blütenbesucherinnen. Im Vergleich zu Honigbienen erreichen Wildbienen mit der gleichen Zahl von Blütenbesuchen einen doppelt so hohen Fruchtansatz. Mehr als die Hälfte der mehr als 420 in Rheinland-Pfalz lebenden Wildbienenarten ist aber mittlerweile bedroht. Durch industrielle Landwirtschaft, Schottergärten und Co. ist das Blütenangebot vielerorts dürftig. Wenn zudem auch noch Honigbienen Einzug in Privatgärten finden, werden sie zur Konkurrenz für ihre wilden Verwandten.
"Viele Imker*innen engagieren sich für die heimische Flora und wir wollen auch gar nicht Imkerei und Naturschutz gegeneinander ausspielen, aber Honigbienen in Privatgärten anzusiedeln fördert lediglich den Honigertrag, nicht aber die Artenvielfalt", erklärt Dr. Tatjana Schneckenburger vom BUND Rheinland-Pfalz. Sie leitet das Projekt "Blühendes Rheinhessen – Wein, Weizen, Wildbienen".
Honigbienen in Privatgärten haben keinen ökologischen Mehrwert. Sie sind gezüchtete Nutztiere und nicht in ihrer Existenz gefährdet. Verluste bei Völkern der Honigbiene entstehen in erster Linie durch Schädlinge, Krankheiten und möglicherweise durch Umweltgifte. Die Ursachen für den Rückgang der Wildbienen sind jedoch vielfältig: fehlende Nahrungsquellen und Lebensräume, Monokulturen, naturferne Gärten und Flächenversiegelungen sowie mancherorts auch die Konkurrenz durch Honigbienen. Das Aufstellen von Bienenstöcken in Privatgärten oder auf Streuobstwiesen kann unter Umständen einen Eingriff in das ökologische Gleichgewicht darstellen. Pflanzen produzieren nur einmalig und begrenzt Blütenpollen. Honigbienen sind wesensgemäß für Massentrachten geeignet. Deshalb kommt es vor allem auf kleineren Flächen zu einer Nahrungskonkurrenz mit den natürlichen Bestäuberinnen. Diese haben nur einen kleinen Flugradius und sind an ihren Brutort gebunden. Sie haben keine Alternative, wenn die Pollen bereits von einem Honigbienenvolk abgesammelt wurden.
Wildbienen produzieren zwar keinen Honig, haben aber zahlreiche andere Vorteile: Sie stechen nicht und bestäuben auch spezielle, selten gewordene Wildpflanzen. Sie leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt der Blütenpflanzen. Wildbienen und Co. siedeln sich immer an, sobald im Garten geeignete Pflanzen wachsen. Heimische, gebietstypische Pflanzen sind hier am wichtigsten. Denn einige Wildbienenarten sind Spezialisten und auf Pollen ganz bestimmter Pflanzen angewiesen. Diese sogenannten oligolektischen Wildbienen sind besonders vom Aussterben bedroht. Man kann ihnen aber helfen, zum Beispiel mit Salweide, Glockenblumen, Knautien, Skabiosen, Zaunrüben, Natternkopf, Rainfarn, Reseden oder blühendem Efeu.
Das Projekt "Blühendes Rheinhessen – Wein, Weizen, Wildbienen" wird aus Mitteln der Aktion Grün des Umweltministeriums RLP gefördert. Weitere Infos: BUND Rheinland-Pfalz

Weitere Informationen unter
Internet: https://www.bund-rlp.de/wildbienen
E-Mail: wildbienen@bund-rlp.de

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