Widerstand gegen "Entlastungsweg"

Im Zuge des Baus des Radschnellwegs soll wegen der Engstelle zwischen der Goethestraße und der rechten Wiese ein Weg von der Walter-Rietig-Straße aus an der Bahnlinie und der Bebauungsgrenze entlang bis zur Engstelle angelegt werden. Die Engstelle soll nach Aussage von Manfred Ockel, dem Geschäftsführer der verantwortlichen Regionalpark Rhein-Main GmbH, für Fußgänger gesperrt werden. Dieses Vorhaben stößt auf allgemeine Ablehnung der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner im Wiesengrund. "Uns wurde in der Informationsveranstaltung vor einem Jahr von Bürgermeister Prof. Dr. Werner mitgeteilt, dass die Strecke von Fahrradfahrenden und Fußgänger/innen parallel genutzt wird. Jetzt müssen wir aus den Medien erfahren, dass das hinfällig ist und die Strecke für Fußgänger/innen gesperrt wird. Wir verstehen überhaupt nicht, was das soll," meint Andrea Papendick, eine Anwohnerin. Sie wird von Claudia Dauber unterstützt: "Kein Mensch wird 300 Meter Umweg laufen, um 20m Engstelle zu umgehen. Vor allem nicht diejenigen, die mit lautem Hinweis auf die Engstelle versucht haben, die konkrete Streckenführung des Radschnellwegs vor ihrer Haustür zu verhindern."

Bereits im März hätten 32 Anwohner einen Brief an den Magistrat geschrieben und ihre Bedenken vorgetragen. "Wir haben um ein klärendes Gespräch gebeten," sagt Papendick. Eine Antwort von der Stadt habe es trotz mehrmaliger Erinnerung nicht gegeben.

Auch Tobias Unfried hat diesen Brief unterschrieben: "In dem Bereich außerhalb der Wohnbebauung gibt es derzeit keinen Weg. Dort ist alles mit Bäumen, Sträuchern und Hecken zugewachsen und von vielen Tieren bevölkert. Dieser Lebensraum direkt am Naturschutzgebiet soll nun zerstört werden für einen völlig unnötigen Weg."

Die Anwohnerinnen und Anwohner weisen auch auf die finanzielle Situation der Stadt Langen hin. "Die Grundsteuer wird ständig erhöht. Da sollte man sehr genau überlegen, wofür man Geld ausgibt und ob die Ausgabe notwendig und zielführend ist," sind sich Papendick, Dauber und Unfried einig. "Der Weg wurde doch nur geplant, weil die Anwohnerinnen und Anwohner der Walter-Rietig-Straße Angst um ihre Parkplätze auf der Straße hatten," sind sich die verärgerten Betroffenen sicher. Deshalb sei die Engstelle problematischer dargestellt worden, als sie ist. Die Engstelle existiere bereits seit Jahren und werde rege genutzt. Es sei etwas gegenseitige Rücksichtnahme nötig und man könne das Problem baulich entschärfen, indem die Radfahrer abgebremst werden.

Papendick fasst zusammen: "Für die Anwohnerinnen und Anwohner der Walter-Rietig-Straße baut man jetzt auf Kosten der Steuerzahlenden schöne neue Parkplätze auf dem Grünstreifen. Uns setzt man einen unnützen Weg direkt vor die Terrasse." Die Betroffenen wollen sich mit ihrem Protest nun nicht nur an den Magistrat wenden, sondern auch an den Kreis und an die Regionalpark Rhein-Main GmbH.

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